Was bewegt Sport-Berlin? Seine Sportflächen

Berlin wird bis zum Jahr 2030 um die Einwohnerzahl eines ganzen Stadtbezirkes wachsen – der Bedarf an Sportstätten wird zwangsläufig mitwachsen. Neben der Zunahme der Wohnbevölkerung, steigt auch prozentual das Interesse der Berlinerinnen und Berliner am Sport. Wir rechnen daher mit ca. 53 neuen Spielfeldern und 38 neuen Sporthallen, die wir bis 2030 benötigen.

Daraus ergeben sich unterschiedliche Herausforderungen wie z.B. die notwendige Wohnbebauung. Durch die begrenzte Fläche entsteht diese immer dichter an den Sportanlagen und beansprucht gleichzeitig immer mehr städtische Flächen. Diese Flächen fehlen dann für die Schaffung weiterer Sportflächen oder z.B. auch Schulen.

Um diese Herausforderungen bewältigen zu können, müssen wir die bisherigen Nutzung hinterfragen. Ein Beispiel: Wenn ein Sportverein vor 10 Jahren 2.000 Mitglieder hatte und eine Fläche für den Nachwuchs angemeldet hat, so können wir es uns in der Gesamtbetrachtung nicht erlauben, dass heute diese Fläche für den Freizeitkick zur Verfügung steht, weil der Verein nur noch 1.000 Mitglieder und kaum noch Nachwuchs hat. In ähnlicher Form ist dies aktuell jedoch Realität.

Gleichzeitig müssen wir die vorhandenen Sportanlagen sanieren, um diese wirklich optimal nutzen zu können. Dabei gilt es z.B. Umnutzungskonzepte für nicht ausgelastete Anlagenteile oder Restflächen zu erarbeiten oder auch eine ganzjährige Nutzung der ungedeckten Sportanlagen zu ermöglichen z.B. durch die Wahl der Beläge oder das Anbringen einer Flutlichtanlage.

Klar ist aber auch, dass wir neue Sportflächen schaffen müssen. Wie bereits beschrieben, ist dies eine absolute Herausforderung. Am Beispiel des geplanten Umbaus im Jahnsportpark wird deutlich, dass es möglich ist Sporthallen übereinander zu bauen. Die Situation der begrenzten Sportflächen und der wachsenden Bevölkerung ist in Deutschland eine Sorge, die nur wenige Ballungsräume oder Großstädte mit uns teilen. Wir sind daher darauf angewiesen einen eigenen Weg zu finden. Dieser soll nachhaltig und finanzierbar sein.

Kern der Lösung wird die effiziente Nutzung der vorhandenen Sportflächen sein. Das aktuelle System aus Kontrollen und Sanktionen bedarf einer Optimierung. Dies wird leichter, je schneller alle Sporttreibende und Sportvereine verstehen, solidarisch zusammen zu arbeiten und nicht nur auf den eigenen Vorteil oder auf die Hoffnung einer bald wieder steigende Mitgliederanzahl geachtet wird. Die Veröffentlichung aller Trainingszeiten soll dabei nicht einfach der Kontrolle dienen. Es hilft allen Sportinteressierten und Vereinen. Denn eine verlässliche Quelle und transparente Trainingszeiten bieten die Möglichkeit für jeden Verein potenziellen neuen Mitgliedern einen ersten Eindruck zu geben und diese auch spontan an einem Training teilnehmen zu lassen.

Wir müssen uns dabei nicht nur auf die aktuellen Gegebenheiten, sondern auch auf zukünftige Entwicklungen einstellen. Die Frage nach der Sportflächennutzung in den kommenden Jahren ist von grundlegender Bedeutung für unsere Stadt. Und deshalb bewegt es Sport-Berlin.

Bis bald,

Euer Dennis Buchner

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