
Am 14. Mai erinnern wir an Dr. Magnus Hirschfeld, einen der bedeutendsten Vorkämpfer für sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung. Im Jahr 2026 jähren sich sein 91. Todestag und sein 158. Geburtstag. Gerade der 14. Mai ist ein besonderer Anlass zum Gedenken, weil Hirschfeld am 14. Mai 1935 im französischen Exil in Nizza starb.
Aus diesem Anlass findet bereits am Mittwoch, den 13. Mai 2026, um 15:30 Uhr ein Gedenkmoment mit Kranzniederlegung an der Magnus-Hirschfeld-Stele gegenüber dem Rathaus Charlottenburg in der Otto-Suhr-Allee 93 statt. Dort wird gemeinsam an den Arzt und Sexualwissenschaftler erinnert, der sich zeitlebens für die Rechte queerer Menschen eingesetzt hat.
Magnus Hirschfeld lebte und arbeitete in der heutigen Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg. Bereits 1897 gründete er das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee, das sich für die Abschaffung des Paragraphen 175 einsetzte. Dieser Paragraph stellte sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe und war über Jahrzehnte ein Instrument der Verfolgung und Ausgrenzung homosexueller Männer. Hirschfeld kämpfte dafür, diese Kriminalisierung zu beenden und Menschen ein Leben ohne Angst vor Diskriminierung und Strafverfolgung zu ermöglichen.
Im Jahr 1919 gründete Hirschfeld in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft. Es war weltweit eine der ersten Einrichtungen dieser Art und wurde zu einem wichtigen Ort für Forschung, Beratung und Unterstützung. Für viele Menschen, die nicht den damaligen Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität entsprachen, war das Institut ein Schutzraum.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Hirschfelds Arbeit brutal angegriffen. Sein Institut wurde 1933 geplündert und zerstört, seine Bücher und Schriften wurden bei der Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz vernichtet. Hirschfeld selbst konnte nicht mehr nach Deutschland zurückkehren und starb zwei Jahre später im Exil.
Sein Vermächtnis bleibt bis heute wichtig. Magnus Hirschfeld steht für Mut, Aufklärung und Menschlichkeit. Der 14. Mai erinnert uns daran, dass Freiheit, Vielfalt und gleiche Rechte niemals selbstverständlich sind. Deshalb müssen wir weiter für Respekt, Selbstbestimmung und Menschenwürde eintreten – unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.
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