
Am 30. April 1991 endete ein Kapitel ostdeutscher Luftfahrtgeschichte: Auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld landete die letzte Maschine der Interflug. Bereits wenige Wochen zuvor hatte die Treuhandanstalt die Auflösung der einstigen Staatsfluggesellschaft beschlossen. Eine Übernahme durch die Lufthansa war schon 1990 am Einspruch des Bundeskartellamt gescheitert.
Wirtschaftlich stand das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt unter starkem Druck: Die Verluste beliefen sich auf rund eine Million Mark pro Jahr. Seit ihrer Gründung 1958 war Interflug das offizielle Luftfahrtunternehmen der DDR und zählte zuletzt etwa 8.000 Beschäftigte. Das Streckennetz umfasste vor allem Verbindungen innerhalb des sozialistischen Auslands, darunter Ziele in Osteuropa sowie Staaten wie Vietnam und Kuba.
Obwohl Flugreisen für viele Bürger der DDR kaum erschwinglich oder zugänglich waren, nutzten 1989 noch etwa 1,5 Millionen Passagiere die Angebote der Interflug. Mit dem Ende der Airline verschwand damit auch ein prägendes Symbol der DDR-Verkehrsinfrastruktur.
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