Der Weißenseer Kultursommer ist für mich jedes Jahr eine gute Gelegenheit, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und zwar nicht am Schreibtisch, sondern draußen, im Kiez, zu Fuß. Auch in diesem Sommer habe ich mich mit meinen Kiezspaziergängen am Programm beteiligt. Zwischen Ende August und Ende September gab es sieben Termine, die zeigen, wie vielfältig die Geschichte und die Geschichten unseres Ortsteils sind.
Ein kleiner Rückblick über die Termine:

- Sonntag, 23. August, 11 Uhr: „Im Himmel unter der Erde – Der jüdische Friedhof Weißensee“
- Freitag, 28. August, 18 Uhr: „Der Weiße See und seine Geschichte(n) – Teil 1“ am Westufer
- Donnerstag, 3. September, 18 Uhr: „True Crime Weißensee – Feuertod und Doppelmord“
- Sonntag, 6. September, 11 Uhr: „Der Weiße See und seine Geschichte(n) – Teil 2“ am Ostufer
- Freitag, 18. September, 18 Uhr: „True Crime Weißensee – Der vergessene Rentner“
- Samstag, 19. September 2026 um 11 Uhr: “Weißensee heute – auf den Spuren aktueller politischer Projekte – Teil 3”
- Sonntag, 20. September, 11 Uhr: „Im Himmel unter der Erde – Der jüdische Friedhof Weißensee“
Die Themen reichten von der Ortsgeschichte über einen der größten jüdischen Friedhöfe Europas bis zu wahren Kriminalfällen. Ich wollte Angebote machen, bei denen für sehr unterschiedliche Interessen etwas dabei ist.
Fast 50 Teilnehmende am Ostufer!
Beim zweiten Teil unseres Spaziergangs zur Geschichte Weißensees haben mich fast 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begleitet. Wir sind am Bildungs- und Kulturzentrum Peter Edel gestartet, das heute für seine vielen Veranstaltungen bekannt ist und zugleich ein wichtiger Bildungsstandort ist. Von dort haben wir uns auf den Weg durch die Vergangenheit gemacht.
Wir sprachen über Rudolf Sternecker, der 1885 das „Welt-Etablissement Schloss Weißensee“ und 1887 die zugehörige Brauerei eröffnete. Das Schloss war der große Freizeitpark in den heutigen Parkanlagen am Weißen See und brannte 1919 leider ab. Ebenso ging es um Johann Heinrich Leberecht Pistorius, der im 19. Jahrhundert das Gutshaus am See kaufte und mit seiner Schnapsbrennerei berühmt wurde. Über den Spielplatz am Brecht-Haus führte der Weg schließlich zur alten Dorfkirche an der Berliner Allee.
Knapp 70 Menschen auf Spurensuche!
Noch größer war der Andrang beim True-Crime-Rundgang „Feuertod und Doppelmord“. Knapp 70 Weißenseerinnen und Weißenseer sind am frühen Abend mitgelaufen und haben gebannt den spektakulären Kriminalfällen zugehört, die sich in unserem Ortsteil ereignet haben. Schon im vergangenen Jahr war dieses Format ein großer Erfolg. Dass es sich in diesem Jahr wiederholen ließ, freut mich sehr. Der erste Fall begann am Antonplatz und führte bis zum Tatort in der Pistoriusstraße nahe dem Mirbachplatz. Der zweite Fall ereignete sich im Bundenbacher Weg. Für einen zweiten Termin, „Der vergessene Rentner“, stand der Rundgang am 18. September erneut im Programm.
Was mir bei allen Spaziergängen auffällt: Die Teilnehmenden sind nicht nur Zuhörer, sondern bringen sich selbst ein. Auf den Wegen zwischen den Stationen kamen viele untereinander ins Gespräch, sie tauschten eigene Erinnerungen aus und lernten sich kennen. Das ist für mich der schönste Effekt dieser Rundgänge, denn ein Kiez lebt vom Austausch seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Dieses breite Interesse an unserer Geschichte, unseren Orten und auch an den dunkleren Kapiteln bestärkt mich darin, die Kiezspaziergänge fortzuführen. Neben dem Kultursommer habe ich in diesem Jahr unter dem Motto „Raus aus Weißensee“ Touren zu Orten außerhalb unseres Ortsteils angeboten. Dazu gehörten das Abgeordnetenhaus, das Sportforum Hohenschönhausen, das ZEISS-Planetarium, die Gedenkstätte Hohenschönhausen und das ehemalige Polizeigefängnis Keibelstraße, welche sich alle großer Beliebtheit erfreuten.
Mein Dank gilt allen, die mitgelaufen sind, zugehört und mitdiskutiert haben und den Organisatorinnen und Organisatoren des Weißenseer Kultursommers für die gute Zusammenarbeit. Neue Termine kündige ich rechtzeitig unter „Aktuelles“ und in den sozialen Medien an. Am besten abonnieren Sie meinen Newsletter, dann verpassen Sie keinen Rundgang.


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